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Grenzübergang auf Länderbrücke zwischen Laufen und Oberndorf wird für dringenden Pendler- und Warenverkehr geöffnet

Tagelanges Intervenieren der Bürgermeister beider Städte hat sich ausgezahlt

Heute, 14:15 Uhr wurde auf Erlass des Deutschen Innenministeriums angeordnet, den Grenzübergang zwischen Laufen und Oberndorf auf der Länderbrücke für grenzüberschreitenden Warenverkehr sowie für grenzüberschreitendes Reisen aus berufsbedingten Gründen unter Vorlage von Reisepass, Dienstgeberbestätigung und Meldebestätigung zu öffnen. Dafür wurde der Grenzübergang am kleinen Europasteg, der in den letzten Tagen als Minimallösung für pendelnde Fußgänger geöffnet war, nun komplett geschlossen.

Hans Feil, Bürgermeister der Stadt Laufen: „Uns allen fällt ein Stein vom Herzen – die Grenze ‚Länderbrücke‘ ist für den notwendigsten Pendlerverkehr und die wichtigsten Ver- und Entsorgungsfahrten wieder geöffnet. Dieses Ergebnis ist der unkomplizierten und intensiven Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verdanken. Mein spezieller Dank geht unabhängig von Herrn Bundesminister a.D. Dr. Peter Ramsauer, Frau Ministerin Michaela Kaniber und unseren Landrat Georg Grabner an die örtliche Leitung der Bundespolizei Herr Edgar Dommermuth“.

Sein österreichischer Kollege aus Oberndorf Georg Djundja: „Die Entscheidung der deutschen Behörden auch den Grenzübergang an der Länderbrücke zwischen Laufen und Oberndorf kontrolliert zu öffnen ist richtig. Denn dringender Warenverkehr, wie beispielsweise die Anlieferung des Mittagessens vom Krankenhausessen Oberndorf ins Seniorenpflegeheim Abtseehaus in Laufen, dringende Arzneien von der Apotheke als auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit unserer beiden Feuerwehren ist dadurch wieder möglich. Aber auch Grenzgänger, wie beispielsweise Pfleger im Oberndorfer Seniorenheim und in unserem Krankenhaus, welche in Laufen wohnen, können nun wieder die Grenzen passieren. Das tagelange Intervenieren hat Früchte getragen – zur Sicherheit und Aufrechterhaltung der Infrastruktur unserer beiden Städte, welche zwar durch einen Fluss und einen Bundesgrenze getrennt sind, aber im täglichen Leben zusammengehören.“

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Die beiden Städte Laufen und Oberndorf verbindet mehr als nur eine Brücke und ein Steg: Menschen wohnen in der einen Stadt und Arbeiten in der anderen Stadt, beispielsweise im Krankenhaus oder Seniorenwohnheim. Die Oberndorfer Apotheke beliefert dringend notwendige Arzneien nach Laufen. Die Seniorenpflegeeinrichtung Abtseehaus bezieht das Essen für alle Bewohner vom Krankenhaus Oberndorf. Die Feuerwehren von beiden Städten unterstützen sich seit 155 Jahren bei größeren Einsätzen – das ist sogar in den Einsatzplänen festgelegt.

Eine Rückschau: Am Montag, 16. März wurde ab 8 Uhr die am Vortag von deutscher Seite angekündigten Grenzsperren durch die Bundespolizei auch auf der Länderbrücke und am Europasteg zwischen den beiden Städten Laufen und Oberndorf durchgeführt.

Aber der grenzüberschreitende Warenverkehr sowie grenzüberschreitendes Reisen aus berufsbedingten Gründen war unter Vorlage von Papieren möglich. Ohne jegliche Information für die beiden Bürgermeister wurde am späten Vormittag desselben Tages beide Grenzen zwischen Laufen und Oberndorf geschlossen. Pendler, welche am Morgen mit dem Wissen, dass sie die Grenzen passieren können, das Haus verlassen haben, konnten mittags auf einmal nicht mehr nach Hause gehen. Das Essen für die Seniorenpflegeeinrichtung Abtseehaus konnte nicht geliefert werden und der Oberndorfer Apotheker seine Arzneien nach Laufen nicht mehr ausliefern. Durch intensive Interventionen beider Bürgermeister bei den deutschen politischen Verantwortlichen konnte kurzfristig erreicht werden, dass zumindest der Europasteg wieder für Fußgänger unter Ausweispflicht bis Montagabend 18 Uhr geöffnet wurde. So konnten die Pendler zumindest nach Hause gehen, das Essen für die Pflegeeinrichtung manuell von österreichischer Seite auf deutsche Seite übergeben werden und die dringenden Arzneien auf der Grenze abgeholt werden. Die Feuerwehren mussten trotzdem zum ersten Mal in ihrer Geschichte die Einsatzpläne umschreiben und ohne ihre Kameraden planen.

Am Montagabend wurde auch der Europasteg um 18 Uhr planmäßig geschlossen. Die Interventionen der beiden Bürgermeister wurden aber belohnt, und so wurde der Europasteg um 18:15 Uhr wieder geöffnet – das festgezurrte Gitter wieder entfernt.

Mittwochfrüh dann kurzes Aufatmen in beiden Städten: Auch die Salzachbrücke wurde für pendelnde Fußgänger geöffnet. Diese Verbesserung des Zustandes währte nicht lange: am frühen Nachmittag wurde die Salzachbrücke wieder für alle gesperrt und später mittels Bauzäunen und Plastikplanen verbarrikadiert. Der Oberndorfer Bürgermeister Georg Djundja: „Einen Zustand wie diese Trennung hat es seit 1945 nicht gegeben!“

Die beiden Bürgermeister Feil und Djundja trafen sich weiterhin zu fix vereinbarten Zeiten an der Grenze zu einer Lagebesprechung und ließen nicht locker diesen Zustand zu ändern.

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© 2020 - Stadt Laufen - Harald Wessner
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