Agenda 21 befasst sich 2015 mit der Laufener Altstadt

Auenpark, Handwerkermeile und Interkultureller Garten sind die Themen

Bürgerbeteiligung im Rahmen der Agenda 21 wird es auch im Jahr 2015 geben. Die dafür zuständige Stadtratsreferentin Agnes Thanbichler und 1. Bürgermeister Hans Feil begrüßten in der ersten Zusammenkunft im neuen Jahr engagierte Bürgerinnen und Bürger, um über Ziele und Aktionen für dieses Jahr zu sprechen.

Hans Feil erläuterte den aktuellen Sachstand zum vom Stadtrat angedachten Auenpark im Altstadtbereich der Salzachschleife. Hierbei geht es um ein Konzept, den Fluß „erfahrbarer“ zu machen; konkret sollen die Ufer abgeflacht, die Blickbeziehung zwischen den Wegen und dem Wasser wieder hergestellt, ein Salzachkiesellehrpfad eingerichtet sowie das Stadtbachdelta hinter die Jugendstilbrücke verlegt werden. Dazu kommen eine Beschilderung über die möglichen Rundwege zwischen Oberndorf und Laufen entlang der Salzach und ein Infopunkt zur Erklärung. Darüber hinaus soll darüber nachgedacht werden, Flußmühlen nach historischem Vorbild im Altstadtbereich zu rekonstruieren. Derzeit prüfe das Landratsamt Berchtesgadener Land die entsprechenden Fördermöglichkeiten für dieses Projekt, zumal die Haushaltslage der Stadt Laufen derzeit als angespannt bezeichnet werden könne.

Nichtsdestotrotz, so der Bürgermeister, könnten Bausteine aus dem Gesamtkonzept Auenpark angegangen werden.

Das „Problem“ mit der Umsetzung dieses für die Altstadt wünschenswerten Projektes liege in einer möglichen Doppelförderung im Rahmen des staatlichen Hochwasserschutzes, weil hierbei nicht allein Fragen der Altstadtsanierung betroffen sind.

Es entspann sich eine längere Diskussion über die Möglichkeit der Hochwasserfreimachung der Steinernen Gasse bis zum Fischer-Huber-Parkplatz an der Freilassinger Straße, deren staatliche Förderung das Wasserwirtschaftsamt Traunstein derzeit kategorisch ausschließt. Auch sei den Laufener angesichts der letzten Hochwasserschäden beispielsweise in Freilassing  bewußt, so der Bürgermeister, wo die Schwerpunkte der Aktivitäten des Wasserwirtschaftsamtes derzeit liegen, zumal der Hochwasserdamm aus dem Jahre 1923 parallel zur Gordian-Guckh-Straße vor wenigen Jahren mit einer neuen Spundwand verstärkt worden war.

„Auch Pflanzen haben Migrationshintergrund“

Dr. Josef Heringer brachte als Aktion für 2015 einen sogenannten interkulturellen Garten ins Gespräch. Seit vielen Jahren hat er von der Stadt auf dem Grundstück des Kinderspielplatzes am Klostermauerweg eine Anbaufläche für Gemüse gepachtet, um auch das Wissen um die Bewirtschaftung Schulklassen, Kindergartengruppen oder Austauschschülern weiterzugeben. Und da alle unsere Nutzpflanzen mehr oder weniger „Migrationshintergrund“ haben (z. B. kommt das Bier aus Mesopotamien durch die Sumerer im heutigen Irak) liegt der Gedanke nahe, mit den Flüchtlingen, die bei uns Zuflucht suchen, auch zu „Garteln“, sagte Heringer. Diese „freie Gartennutzung“ ließe sich mit Hilfe der Stadt und ggf. mit dem EU-Förderprogramm LEADER ausbauen, ein entsprechender Antrag zur Erstellung eines Wasseranschlusses und Geräteschuppens sowie Urbarmachung der zu gewucherten Fläche im Rückraum der derzeitigen Anbaufläche wurde bereits eingereicht.

In diesem Zusammenhang berichtete Barbara Winkler über die Aktivitäten des Asylhilfekreises in Laufen, welcher ehrenamtlich Deutschkurse und Fahrdienste anbietet, Schulanmeldungen organisiert und bestrebt ist, alle Neubürger so bald als möglich ins Arbeitsleben zu integrieren.

Ein weiteres Thema des Agenda-Treffens war Rottmayrstraße. Johanna Aicher von der Solidargemeinschaft BGL und Ulrich Kaubisch stellten ihre Idee einer sogenannten Künstler – und Handwerkermeile dort vor, wobei in der Rottmayrstraße 6 kürzlich eine Schreinereiausstellung als Teil dieser Idee schon verwirklicht wurde. Johanna Aicher berichtete von einer guten Resonanz der Besucher dort und bat darum, weitere Leerstände in der Rottmayrstraße zu hinterfragen.

Zu guter Letzt lobte Adolf Böswald die seit kurzem installierte städtische Parküberwachung, das Parkverhalten hätte sich spürbar verbessert, so sein Eindruck.

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